Brenner-Sperrung sorgt für Sorge vor Verkehrschaos am Gotthard
- Marco Marti

- 10. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 24. Juli
Die geplante Vollsperrung der Brennerautobahn Ende Mai sorgt in der Schweiz für zunehmende Diskussionen und Befürchtungen vor einem Verkehrschaos auf den Schweizer Nord-Süd-Achsen. Besonders rund um den Gotthard und den San Bernardino rechnen Experten sowie Politiker mit zusätzlichem Ausweichverkehr. SVP-Nationalrat Thomas Knutti schlägt deshalb Alarm und warnt vor einem möglichen «Kollaps» auf den Schweizer Transitstrecken.
Die Brennerautobahn in Österreich soll am 30. Mai zwischen 11 und 19 Uhr wegen einer Demonstration gegen die hohe Verkehrsbelastung vollständig gesperrt werden. Betroffen ist die wichtige Verbindung zwischen Deutschland und Italien. Laut Schätzungen könnten rund 30'000 Autofahrerinnen und Autofahrer von der Sperrung betroffen sein.
Die Demonstration wurde von Anwohnern rund um den Brenner organisiert, die seit Jahren unter dem massiven Transitverkehr leiden. Besonders Lärm, Abgase und Verkehrsbelastung sorgen in Tirol immer wieder für Proteste. Die Organisatoren wollen mit der Aktion ein Zeichen gegen den ständig zunehmenden Schwer- und Ferienverkehr setzen.
In der Schweiz wächst nun die Sorge, dass viele Reisende auf alternative Alpenrouten ausweichen könnten. Besonders die Gotthardroute sowie die A13 über den San Bernardino gelten als mögliche Ausweichstrecken. Gerade während der Ferien- und Feiertagszeit kommt es dort ohnehin regelmässig zu kilometerlangen Staus. Zusätzlicher Verkehr könnte die Situation weiter verschärfen.
SVP-Nationalrat Thomas Knutti bezeichnete die geplante Blockade als «nicht verantwortbar». Gegenüber Medien erklärte er, Österreich müsse alles daransetzen, dass die Demonstration gar nicht erst stattfinde. Eine Sperrung einer der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Europas könne erhebliche Auswirkungen auf Verkehr, Wirtschaft und Versorgungssicherheit haben.
Auch in Österreich selbst wird die Aktion kontrovers diskutiert. Der österreichische Mobilitätsminister Peter Hanke zeigte sich besorgt über mögliche Auswirkungen auf den internationalen Verkehr und die europäischen Lieferketten. Er appellierte an die Organisatoren, die Demonstration zu verschieben oder anzupassen.
Das Bundesamt für Strassen Astra versucht derweil zu beruhigen. Laut Astra rechne man aktuell nicht mit einer «markant höheren Gesamtbelastung» auf der A2 oder der A13. Dennoch beobachte man die Lage genau und stehe in engem Austausch mit den Behörden in Österreich, Deutschland und Italien. Sollte sich die Verkehrslage verschärfen, könnten bewährte Verkehrsmanagement-Massnahmen wie Dosierungen oder Einfahrtssperren eingesetzt werden.
Auch der Touring Club Schweiz empfiehlt Reisenden, ihre Fahrten sorgfältig zu planen und die aktuelle Verkehrslage vor der Abreise zu prüfen. Experten raten dazu, stark belastete Reisezeiten möglichst zu meiden oder alternative Reisetage in Betracht zu ziehen.
Die Diskussion zeigt erneut, wie stark Europas Alpenübergänge miteinander verknüpft sind. Bereits kleinere Einschränkungen auf einer wichtigen Transitachse können Auswirkungen auf das gesamte Verkehrsnetz in Mitteleuropa haben. Besonders der Gotthard bleibt dabei eine zentrale Schlüsselroute für den europäischen Nord-Süd-Verkehr.
Die geplante Sperrung der Brennerautobahn sorgt in der Schweiz für Sorgen vor zusätzlichem Verkehrschaos am Gotthard und auf der San-Bernardino-Route.
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