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Eine Katastrophe: Warum wir endlich gegen Fussball-Randalierer handeln müssen

vor 2 Tagen
2 Min. Lesezeit

Fussball soll Menschen verbinden, für Spannung sorgen und friedliche Freude bringen. Doch bei manchen Spielen wird aus Leidenschaft Gewalt. Pyrotechnik wird in Richtung Zuschauer geworfen, Polizisten werden angegriffen, Bahnhöfe beschädigt und unbeteiligte Menschen werden gefährdet. Dass Staat, Vereine und Gesellschaft noch immer nicht entschieden genug gegen diese Entwicklung vorgehen, ist eine Katastrophe.


Natürlich sind nicht alle Fussballfans gewalttätig. Die grosse Mehrheit besucht die Spiele friedlich. Doch diese friedlichen Fans dürfen nicht länger als Schutzschild für eine kleine, gewaltbereite Minderheit dienen.


Gewalt statt Sport

Beim Cupspiel zwischen dem FC Aarau und den Young Boys im September 2025 erlitten mindestens fünf YB-Fans Brandverletzungen durch Pyrotechnik. Später warfen Fans am Bahnhof Aarau Steine und Absperrungen gegen Polizisten. Scheiben wurden eingeschlagen und Polizeifahrzeuge beschädigt. Der Sachschaden belief sich laut den Aargauer Behörden auf rund 200’000 Franken.


Auch beim Spiel zwischen dem FC Sion und Lausanne-Sport im April 2026 kam es zu Sachbeschädigungen, Pyrotechnik, Bränden und Auseinandersetzungen. Mehrere Personen wurden leicht verletzt. Brennende Fackeln und Feuerwerkskörper wurden sogar in Richtung Spielfeld geworfen.


Wie gefährlich solche Ausschreitungen werden können, zeigte sich im Januar 2026 in Magdeburg. Rund um das Spiel gegen Dynamo Dresden wurden 70 Polizisten verletzt, 17 davon mussten ins Krankenhaus. Einsatzkräfte wurden unter anderem mit Steinen, Absperrgittern, Toiletten und einem Gullydeckel beworfen. Die Polizei ermittelt sogar wegen des Verdachts auf versuchten Mord.


Das sind keine «Emotionen» mehr. Das ist organisierte Gewalt, die Menschen verletzt, Eigentum zerstört und den Staat herausfordert.


Randalierer gehören ins Gefängnis

Wer Polizisten angreift, Pyrotechnik auf Menschen wirft, Steine schleudert oder schwere Sachbeschädigungen begeht, gehört nach einem rechtsstaatlichen Verfahren ins Gefängnis. Solche Randalierer dürfen nicht mit einer kleinen Geldstrafe davonkommen. Sie müssen knallhart und spürbar bestraft werden.


Dazu gehören lange Stadion- und Rayonverbote, die vollständige Übernahme der verursachten Kosten und bei schweren oder wiederholten Gewalttaten Freiheitsstrafen. Nur wenn Gewalt echte Konsequenzen hat, wird sich etwas ändern.


Der ÖV darf nicht zum Spielball werden

Auch der öffentliche Verkehr leidet unter den Ausschreitungen. Extrazüge werden beschädigt, verschmutzt oder durch grundloses Ziehen der Notbremse angehalten. Dadurch entstehen Kosten und Verspätungen, während unbeteiligte Pendler ihre Anschlüsse verpassen und zu spät zur Arbeit oder nach Hause kommen.


Deshalb müssen klare Konsequenzen gelten: Entweder werden Extrazüge für besonders riskante Spiele ganz gestrichen, oder sie dürfen nur unter strengsten Sicherheitsbedingungen verkehren. Wer ohne Not die Notbremse zieht, einen Zug beschädigt oder den Verkehr absichtlich lahmlegt, muss sämtliche verursachten Kosten tragen – darunter Reparaturen, Reinigung, Polizeieinsätze, Zugausfälle und Ersatztransporte.


Der Verursacher soll nicht nur vom Transportunternehmen, sondern – soweit rechtlich möglich – auch von den betroffenen Pendlern auf Schadenersatz verklagt werden können. Es kann nicht sein, dass die Allgemeinheit für das verantwortungslose Verhalten einzelner Randalierer bezahlt.


Schluss mit der Nachsicht

Zwar gibt es Stadionverbote, Polizeieinsätze und Sicherheitskonzepte. Doch diese Massnahmen reichen offensichtlich nicht aus. Die Swiss Football League und die Vereine haben sich sogar gegen das staatliche Kaskadenmodell ausgesprochen.


Der Staat muss deshalb konsequenter handeln. Täter müssen schnell identifiziert, verurteilt und aus dem Stadion sowie dem Umfeld von Spielen ferngehalten werden. Vereine müssen bei wiederholten Vorfällen stärker zur Verantwortung gezogen werden. Auch die Fanszenen selbst dürfen nicht länger schweigen, wenn sie wissen, wer Gewalt ausübt.


Fussball braucht Leidenschaft, Gesänge und Rivalität – aber keine Gewalt. Wer den Sport und die friedlichen Fans schützen will, muss endlich klar sagen: Bis hierhin und nicht weiter.



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