Grossbrand am Bahnhof Burgdorf: Historisches Bahnhofsgebäude schwer beschädigt
- Marco Marti

- 6. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Burgdorf BE. In der Nacht auf Freitag, 5. Juni 2026, ist es am Bahnhof Burgdorf zu einem spektakulären Grossbrand gekommen. Das Dach des historischen Bahnhofsgebäudes stand über mehrere Stunden in Vollbrand und war kilometerweit sichtbar. Dank des raschen Eingreifens der Feuerwehr konnte eine Katastrophe für den Bahnbetrieb verhindert werden. Verletzt wurde niemand. Die Ermittlungen ergaben inzwischen, dass ein Defekt an einer Elektroinstallation den Brand ausgelöst haben dürfte.
Flammen schlagen aus dem Dachstock
Kurz nach 1.30 Uhr ging bei der Kantonspolizei Bern die Meldung über ein Feuer am Bahnhof Burgdorf ein. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand der Dachstock des markanten Bahnhofsgebäudes bereits in Flammen. Augenzeugen berichteten von meterhohen Flammen und einer starken Rauchentwicklung über dem Stadtzentrum. Leserbilder und Videos zeigten ein dramatisches Bild: Das Dach des Gebäudes brannte lichterloh, während die Feuerwehr versuchte, das Feuer unter Kontrolle zu bringen.
Besondere Aufmerksamkeit erregte die Bahnhofsuhr. Sie blieb um 1.16 Uhr stehen – wenige Minuten vor dem Eingang der Brandmeldung. Dies führte zunächst zu Spekulationen über einen möglichen technischen Defekt als Brandursache. Tatsächlich bestätigten die Ermittlungen später, dass ein Defekt an einer Elektroinstallation den Brand ausgelöst haben dürfte.
Grossaufgebot von Feuerwehr und Rettungsdiensten
Die Feuerwehr Burgdorf rückte gemeinsam mit der Betriebsfeuerwehr der SBB mit einem Grossaufgebot aus. Unterstützt wurden die Einsatzkräfte von der Kantonspolizei Bern, mehreren Ambulanzteams sowie Mitarbeitenden der SBB. Der Bahnhofplatz und angrenzende Strassen mussten während des Einsatzes grossräumig abgesperrt werden.
Den Einsatzkräften gelang es, das Feuer nach rund zwei Stunden unter Kontrolle zu bringen. Die Nachlöscharbeiten dauerten jedoch bis in die frühen Morgenstunden an. Insgesamt waren die Feuerwehren rund fünf Stunden im Einsatz. Besonders wichtig war dabei, ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude sowie auf die Bahninfrastruktur zu verhindern. Dies gelang erfolgreich.
Person rechtzeitig evakuiert
Zum Zeitpunkt des Brandausbruchs befand sich eine Person im Gebäude. Sie konnte rechtzeitig evakuiert werden und blieb unverletzt. Auch unter den Einsatzkräften gab es keine Verletzten. Dies wird von den Behörden als grosser Erfolg gewertet, da sich das Feuer innerhalb kurzer Zeit massiv ausbreitete.
Dachstuhl weitgehend zerstört
Die Schäden am Gebäude sind beträchtlich. Der Dachstuhl wurde durch die Flammen weitgehend zerstört. Am Morgen nach dem Brand bot sich ein trauriges Bild: Vom einst markanten Dach blieb vielerorts nur noch ein verkohltes Gerippe übrig. Die Schäden konzentrieren sich vor allem auf den Dachbereich. Nach Angaben der Behörden bewegt sich der Sachschaden im unteren sechsstelligen Frankenbereich.
Trotz der massiven Beschädigungen gibt es für die Bewohner des Gebäudes eine positive Nachricht: Die Wohnungen im Bahnhofsgebäude bleiben weiterhin bewohnbar. Umfangreiche Sicherheitskontrollen bestätigten, dass keine unmittelbare Gefahr für die Bewohner besteht.
Bahnbetrieb bleibt weitgehend unbeeinträchtigt
Besonders bemerkenswert ist, dass der Bahnverkehr trotz des Grossbrandes praktisch ohne Einschränkungen weitergeführt werden konnte. Die Gleisanlagen, Fahrleitungen und technischen Einrichtungen der Bahn wurden nicht beschädigt. Die SBB konnten den regulären Fahrplan aufrechterhalten. Lediglich einzelne Gleisänderungen waren möglich, und die Schalterhalle blieb vorübergehend geschlossen. Reisende mussten ihre Billette über Automaten oder digitale Kanäle beziehen.
Auch die zahlreichen Pendlerinnen und Pendler konnten ihre Reisen am Freitagmorgen weitgehend wie gewohnt antreten. Dies ist insofern bemerkenswert, als der Bahnhof Burgdorf mit rund 15'000 Reisenden pro Tag einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte im Emmental ist. Hier treffen die Bahnlinien Richtung Bern, Olten, Zürich, Thun und Langnau aufeinander.
Technischer Defekt als Ursache
Noch am Nachmittag des Brandtages konnten die Ermittler erste Ergebnisse präsentieren. Nach aktuellem Stand wurde das Feuer durch einen Defekt an einer Elektroinstallation ausgelöst. Hinweise auf Brandstiftung oder eine andere strafbare Handlung liegen derzeit nicht vor. Die Untersuchungen zum genauen Hergang werden dennoch fortgesetzt.
Ein prägendes Ereignis für Burgdorf
Der Brand am Bahnhof Burgdorf zählt zu den grössten Feuerwehreinsätzen der letzten Jahre in der Region. Die Bilder des brennenden Bahnhofsdachs verbreiteten sich innerhalb weniger Stunden schweizweit und sorgten für grosse Aufmerksamkeit. Während der Bahnbetrieb glimpflich davonkam, wird die Instandsetzung des historischen Gebäudes die Verantwortlichen noch längere Zeit beschäftigen.
Für die Stadt Burgdorf bleibt die Nacht vom 5. Juni 2026 vor allem wegen eines Bildes in Erinnerung: der Bahnhofsuhr, die um 1.16 Uhr stehen blieb – als stummer Zeuge eines Grossbrandes, der das Wahrzeichen der Stadt schwer beschädigte.
Diverse Bilder zeigen wie der Dachstuhl des Bahnhofsgebäudes in Brand steht, wie die Feuerwehr den Brand löscht und wie das Bahnhofsgebäude danach am nächsten Morgen bei Tageslicht aussieht.














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