Zoo Zürich gerät nach Streit um Millionenprojekt zunehmend unter Druck
- Marco Marti

- 10. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 24. Juli
Der Zoo Zürich steht wegen seines umstrittenen Vorgehens beim Bau der neuen Pantanal-Voliere massiv in der Kritik. Nachdem der traditionsreichen Zürcher Stahlbaufirma Baltensperger der Grossauftrag entzogen worden war, vergab der Zoo den Millionenauftrag nun an Firmen aus Italien und der Slowakei. Kritiker werfen dem Zoo vor, mitverantwortlich für die wirtschaftlichen Probleme und den späteren Konkurs des Schweizer Unternehmens zu sein.
Besonders brisant: Die Zürcher Firma Baltensperger hatte bereits intensiv am Projekt gearbeitet und grosse Investitionen getätigt, bevor der Zoo plötzlich die Zusammenarbeit beendete. Laut dem Unternehmen seien die Anforderungen während des laufenden Projekts immer komplizierter geworden. Dennoch habe der Zoo weiterhin höchste Präzision verlangt und gleichzeitig enormen Zeitdruck aufgebaut.
In der Branche sorgte das Vorgehen für grosses Unverständnis. Viele Beobachter kritisieren, dass der Zoo Zürich ein regionales Traditionsunternehmen öffentlich unter Druck gesetzt habe, statt gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Der Streit eskalierte schliesslich derart stark, dass die Firma wirtschaftlich schwer getroffen wurde und Konkurs anmelden musste. Zahlreiche Arbeitsplätze gerieten dadurch in Gefahr.
Trotz dieser Entwicklung entschied sich der Zoo nun gegen eine neue Zusammenarbeit mit Schweizer Unternehmen und vergab den prestigeträchtigen Auftrag ins Ausland. Für viele Kritiker sendet dies ein problematisches Signal – insbesondere weil der Zoo Zürich selbst regelmässig Nachhaltigkeit, Verantwortung und regionale Verbundenheit betont.
Zusätzlich sorgt die Wahl der neuen Partnerfirma Cimolai für Diskussionen. Das italienische Unternehmen befindet sich seit 2023 in einem Sanierungsverfahren. Kritiker fragen deshalb, weshalb der Zoo Zürich nach den Problemen mit der Schweizer Firma nun ausgerechnet auf ein Unternehmen setzt, das selbst wirtschaftliche Schwierigkeiten hat.
Auch der Zeitplan des Projekts gerät immer stärker ins Wanken. Durch den monatelangen Streit und die Neuvergabe des Auftrags verzögert sich die Eröffnung der Pantanal-Voliere deutlich. Die ursprünglich geplante Fertigstellung im Jahr 2028 scheint kaum noch realistisch.
Der Fall wirft damit grundsätzliche Fragen über den Umgang grosser Institutionen mit regionalen Unternehmen auf. Während der Zoo Zürich das Projekt als notwendigen Schritt für die Zukunft präsentiert, bleibt bei vielen Beobachtern der Eindruck zurück, dass wirtschaftlicher Druck und Prestige wichtiger waren als partnerschaftliche Zusammenarbeit mit einem lokalen Betrieb.
Der Zoo Zürich steht wegen des Streits um die neue Pantanal-Voliere und der Auftragsvergabe ins Ausland zunehmend in der Kritik.
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