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Zürcher Tram 2000 erhalten in der Ukraine ein zweites Leben

Zürich/Winnyzja. Was in Zürich langsam aus dem Stadtbild verschwindet, wird in der Ukraine noch viele Jahre Menschen zuverlässig ans Ziel bringen. Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) schenken der ukrainischen Stadt Winnyzja weitere ausrangierte Trams des Typs Tram 2000 – und setzen damit eine jahrzehntelange Tradition fort.


Bereits seit 2023 verkehren rund 70 ehemalige Zürcher Trams auf den Schienen der zentralukrainischen Stadt. Nun wurde eine neue Vereinbarung zwischen den VBZ und dem Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) unterzeichnet: Weitere 23 Fahrzeuge des Typs «Sänfte» sollen zwischen 2026 und 2028 nach Winnyzja überführt werden.


Ausrangiert in Zürich – wertvoll in der Ukraine

Während die VBZ ihre Flotte schrittweise durch moderne Niederflurfahrzeuge ersetzen, haben die robusten Tram 2000 in der Ukraine noch längst nicht ausgedient. Die Fahrzeuge sollen dort weitere zwölf bis fünfzehn Jahre im regulären Linienbetrieb eingesetzt werden.

Für Winnyzja bedeutet dies weit mehr als nur eine Erweiterung des Fahrzeugparks. Die Trams helfen dabei, die Mobilität der Bevölkerung aufrechtzuerhalten und die bestehende Infrastruktur nachhaltig zu stärken.


Der Bund übernimmt die Kosten

Die Schweiz stellt die Fahrzeuge nicht nur zur Verfügung. Das SECO finanziert den gesamten Transport der Trams sowie die Ausbildung des ukrainischen Fachpersonals.

Zusätzlich liefern die VBZ Ersatzteile mit, die in Zürich nicht mehr benötigt werden. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Fahrzeuge langfristig eigenständig gewartet und betrieben werden können.


Wissenstransfer statt blosser Materialhilfe

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Weitergabe von Know-how. Mitarbeitende der Verkehrsbetriebe von Winnyzja werden während mehrerer Wochen in Zürich geschult. Dort lernen sie den Betrieb und die Instandhaltung der Fahrzeuge kennen.

Die Ausbildung findet bereits im Juni 2026 statt, sodass die ukrainischen Fachkräfte vorbereitet sind, wenn die ersten Trams eintreffen. Der erste Transport ist für Anfang Juli 2026 vorgesehen.


Eine besondere Zürcher Tradition

Es ist nicht das erste Mal, dass Zürcher Trams im Ausland eine zweite Heimat finden. Bereits frühere Generationen wie die «Karpfen», die «Mirage» und später die ersten Tram 2000 wurden nach Winnyzja abgegeben.


Was andernorts als Altmaterial gilt, wird dort zu einem wichtigen Bestandteil des öffentlichen Verkehrs. Die Fahrzeuge erhalten ein zweites Leben – und stehen sinnbildlich für eine Form der Unterstützung, die Nachhaltigkeit, Solidarität und praktische Hilfe miteinander verbindet.


Zwischen Nostalgie und Verantwortung

Für viele Zürcherinnen und Zürcher sind die Tram 2000 weit mehr als bloss Verkehrsmittel. Sie prägten über Jahrzehnte das Stadtbild und begleiteten Generationen durch ihren Alltag.

Dass diese Fahrzeuge nun weiterhin Menschen befördern – wenn auch tausende Kilometer entfernt –, dürfte bei manchen Wehmut auslösen. Gleichzeitig zeigt das Projekt, dass funktionierende Infrastruktur nicht zwingend auf dem Schrottplatz enden muss.


Die alten Zürcher Trams rollen weiter. Nicht mehr über den Bellevueplatz oder durch Oerlikon – sondern durch die Strassen von Winnyzja, wo sie noch viele Jahre ihren Dienst leisten werden.



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