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Bahnhof Littau modernisiert: Weniger Stau dank kürzerer Schrankenzeiten – Zukunft der Cheerstrasse bleibt umstritten

Aktualisiert: 24. Juli

Littau. Der abgeschlossene Umbau des Bahnhofs Littau bringt eine spürbare Entlastung für den Verkehr im Westen der Stadt Luzern. Nach rund zwei Jahren Bauzeit investierten die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) rund 30 Millionen Franken in die Modernisierung der Anlage. Neben neuen Perrons, moderner Technik und einer verbesserten Infrastruktur sorgt insbesondere eine Änderung für Aufmerksamkeit: Die Schranken am Bahnübergang Cheerstrasse bleiben deutlich kürzer geschlossen. Für viele Pendlerinnen und Pendler sowie für die Bevölkerung im Quartier bedeutet dies eine spürbare Verbesserung im Alltag.


Der Bahnübergang bei der Cheerstrasse gilt seit Jahren als eines der grössten Verkehrsprobleme im Westen Luzerns. Besonders während der Hauptverkehrszeiten bildeten sich regelmässig lange Rückstaus. Die geschlossenen Barrieren führten häufig zu stockendem Verkehr zwischen Littau Dorf, dem Littauerboden und der Thorenbergstrasse. Davon betroffen waren nicht nur Autofahrende, sondern auch Busse des öffentlichen Verkehrs sowie Fussgängerinnen und Fussgänger.

Mit dem abgeschlossenen Umbau des Bahnhofs konnte die Situation nun teilweise verbessert werden. Moderne Sicherungs- und Steuerungsanlagen sorgen dafür, dass die Schranken deutlich kürzer geschlossen bleiben. Die Schliesszeiten reduzierten sich von bisher durchschnittlich rund 18 Minuten pro Stunde auf etwa 12 Minuten pro Stunde. Dadurch nehmen Wartezeiten und Rückstaus spürbar ab.


Diese Bilder zeigen den Bahnhof Littau vor dem Umbau. Aufgenommen von mir am 21.10.2023.


Die SBB erneuerte im Rahmen des Projekts zudem die Perrons, Bahnstromanlagen und Sicherungssysteme. Neue Informationsanzeigen wurden installiert, ein nicht mehr benötigtes Gleis zurückgebaut und ein neues Betriebsgebäude erstellt. Die Perrons sind nun vollständig barrierefrei zugänglich. Auch das Trottoir im Bereich des Bahnübergangs wurde verbreitert, wodurch sich die Sicherheit für Fussgängerinnen und Fussgänger sowie für den Schulweg verbessert.


Trotz dieser Verbesserungen bleibt die Diskussion um eine langfristige Verkehrslösung rund um den Bahnhof Littau weiterhin aktuell. Während Jahren plante die Stadt Luzern gemeinsam mit der damaligen Gemeinde Littau eine Umfahrung des Bahnübergangs. Dieses Projekt lief unter dem Namen «Erweiterung Cheerstrasse». Vorgesehen war eine neue Verbindung zwischen Bahnhof Littau und der Thorenbergstrasse über das Gebiet Gopigen. Kernstück des Projekts war eine Unterführung, welche die Bahngleise nordöstlich des Bahnhofs unterqueren sollte.


Bereits im Jahr 2005 wurde im Gebiet Ober Bodenhof im Hinblick auf eine spätere Realisierung eine erste Vorinvestition umgesetzt. Während der Renovation des Zimmereggtunnels nutzte man die Gelegenheit, einen Durchstich des Bahndamms als Minimalausbau zu erstellen. Damit existiert bis heute bereits ein vorbereiteter Abschnitt für eine mögliche spätere Unterführung.


2009 bewilligten die Stimmberechtigten der damaligen Gemeinde Littau einen Kredit von rund 13,8 Millionen Franken für die Projektierung und Realisierung der Erweiterung Cheerstrasse. Nach der Fusion mit der Stadt Luzern wurde das Projekt weiterbearbeitet. 2017 sprach sich auch die Stadtluzerner Stimmbevölkerung für einen Zusatzkredit aus. Insgesamt standen danach rund 18,6 Millionen Franken zur Verfügung.


Im Verlauf der Planung stiegen die erwarteten Kosten jedoch immer weiter an. Gleichzeitig wurden zusätzliche Anforderungen gestellt, etwa der Ersatz eines Kreisels durch eine lichtsignalgesteuerte Kreuzung. Die politische Unterstützung für das Projekt nahm deshalb zunehmend ab. Im Juni 2021 stoppte der Grosse Stadtrat das Vorhaben endgültig und begründete dies mit dem schlechten Kosten-Nutzen-Verhältnis sowie den hohen Eingriffen in Landschaft und Quartiere.


Trotzdem blieb die Idee einer Umfahrung politisch umstritten. Mit der Volksinitiative «Cheerstrasse jetzt!» versuchten Befürworterinnen und Befürworter, das Projekt erneut voranzutreiben. Die Initiative verlangte die Umsetzung einer Umfahrungsstrasse für den motorisierten Verkehr beim Bahnhof Littau. Der Stadtrat lehnte die Initiative jedoch klar ab und verwies stattdessen auf das Entwicklungskonzept «Umfeld Bahnhof Littau».

Am 9. Februar 2025 entschied die Stadtluzerner Bevölkerung deutlich gegen die Initiative. Über 71 Prozent der Stimmberechtigten lehnten das Vorhaben ab. Damit bestätigte das Stimmvolk den Kurs des Stadtrats, künftig auf alternative Massnahmen statt auf eine neue Umfahrungsstrasse zu setzen.


Das Entwicklungskonzept «Umfeld Bahnhof Littau» umfasst insgesamt 14 Massnahmen. Dazu gehören unter anderem die kürzeren Schrankenschliesszeiten, eine neue Lichtsignalanlage an der Kreuzung Thorenbergstrasse/Cheerstrasse, Verbesserungen für den Fuss- und Veloverkehr sowie die Aufwertung des gesamten Bahnhofsumfelds. Zusätzlich wird derzeit eine Studie für eine neue Fussgängerquerung – als Über- oder Unterführung – geprüft.

Die Stadt Luzern verfolgt dabei das Ziel, den Bahnhof Littau langfristig zu einer modernen Verkehrsdrehscheibe weiterzuentwickeln. Geplant sind unter anderem ein neuer Bushof, bessere Umsteigebeziehungen sowie eine umfassende städtebauliche Aufwertung des Areals. Eine entsprechende Studie läuft seit Anfang 2025 und soll Anfang 2026 erste konkrete Ergebnisse liefern.


Mit dem abgeschlossenen Bahnhofumbau ist somit zwar eine wichtige Verbesserung erreicht worden, die Diskussion um die zukünftige Verkehrsführung in Littau bleibt jedoch bestehen. Während die kürzeren Schrankenzeiten bereits heute für weniger Rückstau sorgen, wird die Frage nach einer langfristigen Lösung den Stadtteil Littau vermutlich noch über Jahre beschäftigen.


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