Fahrplan 2027: SBB plant gezielte Verbesserungen im In- und Ausland
- Marco Marti

- 28. Mai
- 3 Min. Lesezeit
Die SBB hat den Fahrplanentwurf 2027 veröffentlicht. Mit dem Fahrplanwechsel vom Dezember 2026 sollen schweizweit verschiedene punktuelle Verbesserungen umgesetzt werden. Im Fokus stehen dabei vor allem zusätzliche internationale Direktverbindungen, bessere Anschlüsse für Pendlerinnen und Pendler sowie gezielte Angebotsausbauten im Freizeitverkehr.
Nach dem grossen Ausbau des Fahrplans 2026 – insbesondere in der Nordwestschweiz – fällt der nächste Schritt kleiner aus. Dennoch bringt der Entwurf einige interessante Neuerungen mit sich.
Besonders stark ausgebaut wird erneut der Verkehr Richtung Italien. Neu sollen täglich zwei Direktzüge zwischen Zürich und Venedig verkehren. Bisher existiert nur eine tägliche Direktverbindung. Zusätzlich wird die bestehende Verbindung nach Genua künftig ganzjährig bis La Spezia verlängert. Im Sommer soll zudem ein Direktzug von Zürich bis Rimini an die Adriaküste fahren.
Auch Richtung Frankreich und Deutschland sind Anpassungen vorgesehen. Zwischen Lausanne beziehungsweise Genf und Paris soll ab April 2027 wieder ein dritter täglicher TGV pro Richtung verkehren. Die IC-Verbindungen zwischen Zürich und Stuttgart erhalten auf deutschem Gebiet zusätzliche Fahrzeitreserven, um die Pünktlichkeit zu verbessern. Zudem sollen auf der Nachtzuglinie Zürich–Amsterdam neue Nightjet-Züge eingesetzt werden.
Im Inland plant die SBB mehrere kleinere Optimierungen. So soll die Linie IR75 zwischen Luzern und Zürich mehr Kapazität erhalten. Gleichzeitig entfällt jedoch teilweise die direkte Durchbindung nach Konstanz, wodurch Reisende häufiger in Zürich umsteigen müssen.
Neu vorgesehen ist ausserdem ein zusätzlicher Morgen-IC von Zürich bis Bern Europaplatz.
Damit entsteht eine Direktverbindung in den Westen der Bundesstadt ohne Umstieg im Hauptbahnhof Bern. Ebenfalls testweise sollen zusätzliche IC-Züge nach Brig künftig auch in Frutigen halten. Dadurch verbessert sich die Erreichbarkeit des Kandertals deutlich.
Neben den offiziell kommunizierten Änderungen zeigen weitere Planungen im Fahrplanumfeld zusätzliche Entwicklungen. Im Raum Hochrhein laufen die Vorbereitungen für den elektrischen Betrieb der Hochrheinbahn ab Ende 2027. Geplant ist dort unter anderem ein neuer Hochrhein-Bodensee-Express von Basel über Schaffhausen und Konstanz bis St. Gallen beziehungsweise Herisau. Dies könnte langfristig deutlich bessere grenzüberschreitende Verbindungen in der Ostschweiz bringen.
Auch bei verschiedenen S-Bahn-Systemen wird weiter ausgebaut. Im Raum Zürich verfolgt der Zürcher Verkehrsverbund weiterhin die sogenannte «S-Bahn 2G», welche langfristig dichtere Takte und schnellere Express-S-Bahnen vorsieht. Parallel dazu wurden bereits erste Anpassungen für die Fahrplanjahre 2027 und 2028 öffentlich aufgelegt.
Der Fahrplanentwurf 2027 befindet sich derzeit in der öffentlichen Vernehmlassung. Die Bevölkerung kann bis Anfang Juni Stellung nehmen und Änderungswünsche einreichen. Der definitive Fahrplan wird voraussichtlich im Herbst 2026 veröffentlicht.
Zusätzlich bringt der Fahrplan 2027 auch Verbesserungen auf der Jurafusslinie rund um den Weissensteintunnel. Nach der umfassenden Sanierung des über 100 Jahre alten Tunnels wird der reguläre Bahnverkehr zwischen Solothurn und Moutier im Juni 2026 wieder aufgenommen. Damit profitieren Reisende wieder von direkten Zugverbindungen durch den Jura, nachdem während über zwei Jahren Ersatzbusse eingesetzt werden mussten. Gleichzeitig wurden entlang der Strecke mehrere Bahnhöfe modernisiert und hindernisfrei ausgebaut.
Die BLS investierte rund 150 Millionen Franken in die Erneuerung des Weissensteintunnels sowie der gesamten Strecke Solothurn–Moutier. Neben der Sanierung des Tunnels wurden auch Perrons, Gleisanlagen und Hochwasserschutzmassnahmen modernisiert. Dadurch soll die Strecke für mindestens weitere 25 Jahre gesichert werden.
Auch in der Westschweiz steht mit dem Ligerztunnel eine bedeutende Verbesserung bevor. Mit der Inbetriebnahme der neuen Doppelspurstrecke zwischen Twann und Ligerz wird der Bahnverkehr am Bielersee stabiler und pünktlicher. Der neue Tunnel ersetzt die bisherige kurvenreiche Einspurstrecke direkt am Seeufer. Besonders der Fernverkehr zwischen Biel/Bienne und Neuenburg profitiert künftig von zuverlässigeren Fahrzeiten und mehr Kapazität. Zudem wird die Strecke besser gegen Naturgefahren geschützt.

Links: Ein BLS RABe 525 Nina und ein BLS RABe 535 Lötschberger als S6 von Luzern nach Malters, Wolhusen (Zugteilung). Vorderer Zugteil (RABe 535) weiter als S6 nach Entlebuch, Hasle, Schüpfheim, Escholzmatt, Langnau im Emmental. Der Hintere Zugteil (RABe 525) weiter als S6 nach Menznau, Willisau, Zell, Huttwil, Langenthal.
Rechts: Eine Doppeltraktion SBB Re 4/4 II / SBB Re 420 244-6 mit einem Bauzug.
Beide im Bahnhof Littau am 21.10.2023.

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