Autodiebstähle in der Schweiz nehmen deutlich zu
Aktualisiert: 24. Juli
In der Schweiz werden wieder deutlich mehr Autos gestohlen. Besonders stark betroffen sind die Westschweizer Kantone Genf und Waadt sowie Basel-Stadt. Versicherungen und Behörden schlagen Alarm, denn nicht nur die Zahl der Diebstähle steigt – auch die gestohlenen Fahrzeuge werden immer wertvoller.
Laut aktuellen Zahlen der AXA wurden im vergangenen Jahr schweizweit deutlich mehr Fahrzeugdiebstähle registriert als noch vor wenigen Jahren. Die polizeiliche Kriminalstatistik zeigt für 2025 einen Anstieg um sechs Prozent auf insgesamt 1443 gestohlene Autos. Gleichzeitig steigen auch die finanziellen Schäden massiv an. Durchschnittlich verursacht ein Autodiebstahl inzwischen Kosten von fast 14'000 Franken – deutlich mehr als noch vor einigen Jahren.
Besonders betroffen sind laut Experten hochwertige Fahrzeuge und Luxusautos. Diebe haben es häufig auf Marken wie Land Rover, Porsche, Alfa Romeo, BMW oder Mercedes-Benz abgesehen. Vor allem teure SUVs und Fahrzeuge mit moderner Ausstattung gelten als begehrte Ziele organisierter Banden.
Auffällig ist dabei die geografische Verteilung. In der Romandie sowie in Basel-Stadt kommt es besonders häufig zu Fahrzeugdiebstählen. Experten sehen einen Zusammenhang mit der Grenznähe zu Frankreich. Viele Tätergruppen stammen laut Ermittlern aus französischen Grossstädten und reisen gezielt in die Schweiz ein, um hier Fahrzeuge zu stehlen und ins Ausland zu transportieren.
Besonders brisant: Viele der Täter sind laut Berichten noch sehr jung. Teilweise werden Jugendliche über soziale Netzwerke wie Snapchat angeworben und für einzelne Aufträge eingesetzt. Hinter den Diebstählen stehen laut Behörden oft professionell organisierte Netzwerke, die arbeitsteilig vorgehen. Einige Täter stehlen die Fahrzeuge, andere kümmern sich um Technik, Transport oder Weiterverkauf.
Viele gestohlene Luxusfahrzeuge verschwinden innerhalb weniger Stunden ausserhalb der Schweiz. Ermittler gehen davon aus, dass zahlreiche Autos später über internationale Häfen nach Afrika oder Osteuropa verschifft werden. Oft werden dabei moderne Methoden eingesetzt, um GPS-Ortungssysteme oder elektronische Wegfahrsperren zu deaktivieren.
Besonders problematisch sind laut Experten sogenannte Keyless-Go-Systeme. Dabei können Täter das Funksignal des Autoschlüssels abfangen und verlängern. So gelingt es ihnen teilweise, Fahrzeuge zu öffnen und zu starten, obwohl sich der Schlüssel noch im Haus oder in der Jackentasche des Besitzers befindet.
Versicherungen und Sicherheitsfachleute empfehlen deshalb zusätzliche Schutzmassnahmen. Dazu gehören Lenkradsperren, Alarmanlagen oder spezielle Schutzhüllen für Autoschlüssel, welche das Funksignal blockieren. Auch das Parkieren in geschlossenen Garagen oder auf überwachten Parkplätzen könne das Risiko senken.
Die Entwicklung sorgt zunehmend für Verunsicherung bei Autobesitzern. Besonders Besitzer teurer Fahrzeuge fragen sich, ob moderne Sicherheitssysteme noch ausreichend Schutz bieten. Experten gehen davon aus, dass die organisierte Fahrzeugkriminalität in Europa weiter zunimmt und die Täter technisch immer professioneller vorgehen.
Besonders in der Westschweiz werden immer mehr hochwertige Fahrzeuge gestohlen – häufig durch organisierte Tätergruppen aus dem Ausland.


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