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Jahrhundertprojekt am Hochrhein: Die Dieselzüge verschwinden

Waldshut/Basel. Für Pendlerinnen und Pendler wird die Geduldsprobe beginnen, für die Region markiert es einen historischen Schritt: Die Elektrifizierung der Hochrheinbahn ist in vollem Gange. Seit dem 26. April 2026 ist die Strecke zwischen Rheinfelden (Baden) und Erzingen (Baden) für den Zugverkehr gesperrt. Bis Ende 2027 soll aus einer der letzten grossen Dieselstrecken Deutschlands eine moderne, leistungsfähige Bahnverbindung werden.


Eine der letzten Dieselstrecken wird modernisiert

Die rund 75 Kilometer lange Hochrheinbahn verbindet Basel mit dem Landkreis Waldshut und dem Raum Schaffhausen. Jahrzehntelang prägten Diesellokomotiven die Strecke. Nun erhält die Verbindung eine zeitgemässe Infrastruktur mit Oberleitungen, modernisierten Bahnhöfen und zusätzlichen Ausweichmöglichkeiten für den Zugverkehr.


Die Bauarbeiten gelten als eines der grössten aktuellen Bahnprojekte in Baden-Württemberg. Insgesamt werden rund 450 Millionen Euro investiert. Ziel ist es, die Strecke zuverlässiger, leiser und attraktiver zu machen.


Vollsperrung bis Mitte 2027

Damit die umfangreichen Arbeiten möglichst effizient durchgeführt werden können, wurde die Strecke vollständig gesperrt.


Seit dem 26. April 2026 verkehren zwischen Rheinfelden (Baden) und Erzingen (Baden) keine Züge mehr. Der Abschnitt Waldshut–Erzingen soll bereits im Frühjahr 2027 wieder in Betrieb gehen. Die Bauarbeiten zwischen Rheinfelden und Waldshut dauern dagegen bis Mitte beziehungsweise Ende 2027 an.


Für viele Fahrgäste bedeutet dies erhebliche Einschränkungen. Schülerinnen und Schüler, Berufspendler sowie Touristinnen und Touristen müssen während der Bauphase deutlich mehr Zeit einplanen.


Ersatzbusse statt Regionalzüge

Um die Mobilität aufrechtzuerhalten, wurde ein umfassender Schienenersatzverkehr eingerichtet. Sechs verschiedene Buslinien übernehmen die Aufgaben der ausfallenden Regionalzüge.


Die Busse verkehren entlang der Strecke zwischen Basel, Rheinfelden, Waldshut und Erzingen und bedienen je nach Linie unterschiedliche Haltestellen. Zusätzlich gibt es spezielle Fahrpläne für den Schülerverkehr.


Die Deutsche Bahn weist darauf hin, dass sich die Reisezeiten teilweise deutlich verlängern können. Besonders in den Hauptverkehrszeiten wird Geduld gefragt sein.


Bahnhöfe erhalten ein neues Gesicht

Nicht nur die Oberleitungen entstehen neu. Entlang der Strecke werden zahlreiche Bahnhöfe umfassend modernisiert und barrierefrei ausgebaut.


In Waldshut entsteht beispielsweise ein zusätzlicher Bahnsteig. Auch Kreuzungsmöglichkeiten werden erweitert, um künftig einen dichteren Fahrplan anbieten zu können. Neue Haltepunkte sollen die Erreichbarkeit der Region zusätzlich verbessern.


Die Schweiz investiert mit

Die Hochrheinbahn ist nicht nur für Deutschland von Bedeutung. Die Strecke verbindet wichtige Zentren im Dreiländereck und stellt eine wichtige Verbindung für die Nord- und Ostschweiz dar.


Die Schweiz beteiligt sich deshalb mit rund 50 Millionen Euro an dem Projekt. Langfristig sollen schnellere und häufigere Verbindungen entstehen. Diskutiert wird unter anderem eine neue Hochrhein-Bodensee-Expresslinie sowie eine stärkere Einbindung in das grenzüberschreitende Bahnnetz.


Geduld heute – Vorteile morgen

Die kommenden Monate werden für die Menschen am Hochrhein nicht einfach. Ersatzbusse, längere Fahrzeiten und Baustellen werden den Alltag vieler Reisender prägen.

Doch die Verantwortlichen sind überzeugt, dass sich die Einschränkungen lohnen. Mit Abschluss der Arbeiten soll die Hochrheinbahn moderner, zuverlässiger und umweltfreundlicher unterwegs sein als je zuvor.


Für die Region beginnt damit das Ende der Diesel-Ära – und gleichzeitig der Start in eine neue Zeit des grenzüberschreitenden Bahnverkehrs.




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