Lausanne erhält grünes Licht für Milliardenprojekt: Metrolinie M3 soll Mobilität revolutionieren
- Marco Marti

- 25. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 24. Juli
Lausanne. Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs in der Westschweiz nimmt eine entscheidende Hürde: Der Bundesrat hat am 19. Juni 2026 die Infrastrukturkonzession für die neue Metrolinie M3 in Lausanne erteilt. Damit kann eines der grössten Verkehrsinfrastrukturprojekte des Kantons Waadt in die nächste Phase eintreten. Die neue Linie soll das stark wachsende Verkehrsaufkommen in der Region bewältigen und die Entwicklung der Stadt langfristig sichern.
Die geplante M3 wird den Bahnhof Lausanne direkt mit dem nördlichen Stadtgebiet rund um die Blécherette verbinden. Auf einer Länge von rund 3,5 Kilometern entstehen sechs unterirdische Stationen. Die Strecke wird vollständig automatisiert betrieben, doppelspurig ausgebaut und ohne Fahrpersonal verkehren. Ziel ist es, die bestehende Metrolinie M2 zu entlasten, die bereits heute an ihre Kapazitätsgrenzen stösst.
Milliardeninvestition für die Zukunft
Die Kosten des Gesamtprojekts belaufen sich auf rund 1,3 Milliarden Franken. Der Bund beteiligt sich im Rahmen des Agglomerationsverkehrsprogramms mit 144 Millionen Franken. Den grössten Teil der Finanzierung trägt jedoch der Kanton Waadt. Bereits im Frühjahr 2026 bewilligte das Waadtländer Parlament Kredite von über 800 Millionen Franken für die Weiterentwicklung des Metro-Netzes und die Modernisierung der bestehenden Infrastruktur.
Ein erheblicher Teil der Investitionen fliesst auch in die Erneuerung der Linie M2. Neue Fahrzeuge, moderne Steuerungssysteme sowie Kapazitätserweiterungen sollen den Betrieb zuverlässiger und leistungsfähiger machen. Gemeinsam mit der M3 entsteht so ein deutlich robusteres Verkehrsnetz für die Region Lausanne.
Neue Verkehrsdrehscheiben entstehen
Das Projekt sieht nicht nur eine zusätzliche Metrostrecke vor, sondern auch eine umfassende Neuorganisation der Verkehrsströme in der Innenstadt. Nach den jüngsten Anpassungen des Projekts wird die M3 den Bahnhof Lausanne direkt mit Chauderon verbinden und damit einen neuen zentralen Umsteigeknoten schaffen. Dort treffen künftig Metro, Buslinien, die Lausanne–Echallens–Bercher-Bahn (LEB) sowie die geplante Tramlinie aufeinander.
Während die M2 weiterhin den Knotenpunkt Flon bedient, soll die M3 einen Teil der Fahrgäste übernehmen und damit die Überlastung der bestehenden Infrastruktur reduzieren. Die Verantwortlichen erwarten dadurch eine bessere Verteilung der Passagierströme und kürzere Reisezeiten innerhalb der Stadt.
Wachstum im Nordwesten als Auslöser
Hintergrund des Projekts ist die starke Entwicklung der Lausanner Stadtquartiere im Nordwesten. Besonders das neue Ökoquartier Plaines-du-Loup mit mehreren tausend geplanten Wohnungen und Arbeitsplätzen wird in den kommenden Jahren zusätzliche Verkehrsströme erzeugen. Die M3 soll diese Gebiete direkt an den Hauptbahnhof anbinden und damit eine nachhaltige Alternative zum Individualverkehr schaffen.
Die neue Linie ist Teil des langfristigen Agglomerationsprogramms Lausanne–Morges (PALM), das den öffentlichen Verkehr als Rückgrat der regionalen Entwicklung stärken soll. Experten sehen im Ausbau einen wichtigen Schritt, um die Klimaziele des Kantons zu erreichen und die Lebensqualität in der wachsenden Agglomeration zu sichern.
Sicherheit als zentrales Element
Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist die Sicherheit der neuen Infrastruktur. Mit dem Gesamtsicherheitsmandat wurde das Schweizer Ingenieurunternehmen Enotrac beauftragt. Das Unternehmen begleitet die Planung und Umsetzung der M3 in allen sicherheitsrelevanten Bereichen – von der Risikoanalyse über die Sicherheitsnachweise bis zur Begleitung der behördlichen Zulassungsverfahren. Ziel ist es, den sicheren Betrieb der vollautomatischen Metro von Beginn an zu gewährleisten.
Inbetriebnahme Anfang der 2030er-Jahre
Mit der erteilten Konzession können die nächsten Planungsschritte vorangetrieben werden. Die Baubewilligung für die M3 wird voraussichtlich 2026 eingereicht. Die Arbeiten werden eng mit den laufenden Umbauten am Bahnhof Lausanne abgestimmt. Nach heutiger Planung könnte die neue Metrolinie Anfang der 2030er-Jahre ihren Betrieb aufnehmen.
Für Lausanne bedeutet das Projekt weit mehr als eine zusätzliche Metroverbindung. Die M3 gilt als Schlüsselprojekt für die Mobilität der kommenden Jahrzehnte und als wichtiger Baustein für eine nachhaltige Stadtentwicklung in der gesamten Region. Durch die Kombination aus Kapazitätserweiterung, moderner Infrastruktur und vollständiger Automatisierung entsteht eines der bedeutendsten ÖV-Projekte der Schweiz der kommenden Jahre.
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