Milliardenangriff auf Binance: Kryptobörse stoppt Ein- und Auszahlungen
Zug (ZG). Bei einem Hackerangriff auf Binance sind nach vorläufigen Unternehmensangaben Kryptowerte im Umfang von rund 6,3 Milliarden US-Dollar betroffen. Die Börse verspricht, sämtliche Verluste zu decken. Wie hoch der endgültige Schaden ausfällt, bleibt offen.
30. Oktober 2026 – Die Kryptobörse Binance untersucht einen massiven Sicherheitsvorfall. Nach ersten Erkenntnissen könnte der kompromittierte Laptop eines Mitarbeiters den Angreifern Zugang zu internen Systemen verschafft haben. Darüber seien unberechtigte Auszahlungen veranlasst worden. Hinweise auf entwendete private Wallet-Schlüssel habe man bislang nicht gefunden, erklärte das Unternehmen. Die technische Untersuchung dauert an.
Eine erste Untersuchung des Blockchain-Analysedienstes Bitquery zeichnet das Ausmass der mutmasslichen Entwendung nach: Innerhalb von knapp vier Stunden seien am Abend des 29. Oktober Kryptowerte aus 17 Binance-Wallets auf neun Blockchains abgeflossen. Die Analyse stützt sich auf öffentlich einsehbare Transaktionen. Wer den Angriff ausführte und wie der Zugang zu den internen Systemen genau gelang, lässt sich daraus jedoch nicht abschliessend feststellen.
Binance setzte Ein- und Auszahlungen vorübergehend aus und schaltete Strafverfolgungsbehörden sowie Spezialisten für die Nachverfolgung von Kryptotransaktionen ein. Laut Unternehmen wurden bereits Vermögenswerte von etwa drei Milliarden Dollar eingefroren. Diese Zahl bedeutet allerdings noch nicht, dass die Gelder vollständig zurückgewonnen wurden. Auch ist die geschätzte Gesamtsumme der betroffenen Vermögenswerte nicht mit dem endgültigen Verlust gleichzusetzen.
Die Nachricht sorgte zugleich für Unruhe am Kryptomarkt. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AP fiel der Bitcoin-Kurs am Donnerstagabend um 3,2 Prozent auf unter 79.000 Dollar. Die Stablecoin-Anbieter Tether und Circle teilten mit, im Zusammenhang mit dem Vorfall Gelder blockiert zu haben.
Für Kunden steht nun vor allem die Frage im Mittelpunkt, wann sie wieder uneingeschränkt über ihre Guthaben verfügen können. Binance kündigte an, Verluste aus seinem Sicherheitsfonds SAFU und eigenen Mitteln zu übernehmen. Ein Termin für die vollständige Wiederaufnahme der Ein- und Auszahlungen wurde in der Mitteilung nicht genannt. Einen ausführlichen Untersuchungsbericht und einen aktualisierten Reservennachweis will die Börse nach Abschluss der Aufarbeitung vorlegen.





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