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Bahndamm bei Pieterlen senkt sich: S20 fällt zwischen Biel und Grenchen Süd aus

vor 6 Tagen
3 Min. Lesezeit

Der trockene Sommer hat nach Angaben der SBB den Untergrund einer Bahnstrecke im Berner Seeland absinken lassen. Weil sich die Bewegungen zuletzt beschleunigt haben, ist ein Gleis gesperrt. Reisende müssen sich voraussichtlich während mehrerer Monate auf Einschränkungen einstellen.


Pieterlen/Biel, 30. Oktober 2026. Auf der Bahnstrecke am Jurasüdfuss kommt es seit der Nacht auf Freitag zu erheblichen Einschränkungen. Bei Pieterlen senkt sich der Boden unter einem Bahndamm. Die SBB hat deshalb das nördliche Gleis des betroffenen Abschnitts gesperrt. Auf dem südlichen Gleis dürfen Züge weiterhin verkehren, allerdings mit reduzierter Geschwindigkeit. Besonders betroffen ist die S20: Zwischen Biel/Bienne und Grenchen Süd ersetzen seit Freitag Busse die Regionalzüge.


Bekanntes Problem verschärft sich


Der schwierige Untergrund ist der SBB seit Längerem bekannt. Das Unternehmen überwacht die Bewegungen des Damms nach eigenen Angaben bereits seit mehreren Jahren kontinuierlich. Eine Sanierung war für den Sommer 2027 vorgesehen. In den vergangenen Tagen beschleunigten sich die Absenkungen jedoch so deutlich, dass die Bahn am Donnerstagabend eine Einschränkung des Betriebs beschloss.


Unter den Gleisen liegt eine Torfschicht, die sich laut SBB während des trockenen Sommers abgesenkt hat. Dadurch verändert sich auch die Lage der darüberliegenden Fahrbahn. Aus Sicherheitsgründen wurde das nördliche Gleis zum Betriebsschluss gesperrt. Für das südliche Gleis gilt eine Geschwindigkeitsbeschränkung. Die Strecke werde weiterhin überwacht, die Sicherheit sei gewährleistet, erklärt die SBB.


Regionalzüge werden durch Busse ersetzt


Die unmittelbaren Folgen treffen vor allem Menschen, die mit der S20 zwischen Biel und Grenchen Süd unterwegs sind. Auf diesem Abschnitt entfällt die Bahnverbindung und wird durch Ersatzbusse abgedeckt. Die Einschränkung betrifft damit einen Teil der Linie Biel/Bienne–Olten.


Für Pendlerinnen und Pendler bedeutet dies eine Umstellung ihrer gewohnten Reisewege. Abfahrtszeiten, Umsteigemöglichkeiten und Anschlüsse müssen anhand des aktuellen Fahrplans geprüft werden. Eine allgemeingültige Angabe zur zusätzlichen Reisezeit enthalten die veröffentlichten Mitteilungen nicht.


Andere Personenzüge fahren vorerst weiter


Die von der SBB genannten Verbindungen IC51, IR56, RE56 und IC5 sollen vorerst nach Fahrplan verkehren. Dennoch müssen Fahrgäste mit Verspätungen rechnen. Auch der Güterverkehr ist betroffen: Die Bahn erwartet Kapazitätseinschränkungen und Verzögerungen.


Der betriebliche Engpass entsteht durch die Kombination aus Gleissperrung und Temporeduktion. Wo bisher zwei Gleise zur Verfügung standen, bleibt im betroffenen Abschnitt nur eines nutzbar. Gleichzeitig benötigen die Züge wegen der geringeren Geschwindigkeit mehr Zeit für die Durchfahrt. Dadurch lässt sich weniger Verkehr abwickeln, und Verspätungen können sich auf weitere Verbindungen übertragen.


Einschränkungen dürften mehrere Monate dauern


Eine rasche Rückkehr zum regulären Betrieb ist nach dem bisher veröffentlichten Stand nicht absehbar. Die SBB rechnet mit Einschränkungen über mehrere Monate. Das Unternehmen prüft deshalb, ob die ursprünglich für Sommer 2027 geplante Sanierung des Bahndamms vorgezogen werden kann.


Ein verbindlicher Termin für die vollständige Wiederaufnahme des Verkehrs auf beiden Gleisen wurde bislang nicht genannt. Ebenso fehlen in den ausgewerteten Mitteilungen konkrete Angaben zum Sanierungsverfahren, zu den Kosten und zur genauen Länge des betroffenen Abschnitts. Auch das Ausmass der gemessenen Absenkung wurde darin nicht beziffert.


Dass die SBB den Damm bereits seit Jahren überwacht und eine Sanierung vorgesehen hatte, zeigt, dass die problematischen Bodenverhältnisse bekannt waren. Ob ein früherer Eingriff die aktuelle Einschränkung verhindert hätte, lässt sich anhand der veröffentlichten Informationen jedoch nicht beurteilen.


Parallel laufen Arbeiten am Bahnhof Pieterlen


Die Störung fällt in eine Phase umfangreicher Bauarbeiten vor Ort. Seit Sommer 2026 wird der Bahnhof Pieterlen umgebaut. Nach Angaben der SBB soll dort ab Ende 2027 ein stufenfreier Einstieg in die Züge möglich sein. Die Abschlussarbeiten sind bis Frühling 2028 vorgesehen. Für dieses Bahnhofsprojekt nennt die SBB Kosten von 20,8 Millionen Franken mit einer Unsicherheit von zehn Prozent.


Für 2027 sind zudem bereits weitere Einschränkungen angekündigt. An Ostern soll die Strecke Biel/Bienne–Solothurn gesperrt sein. Vom 19. Juni bis zum 6. November ist auf dieser Strecke ein einspuriger Betrieb vorgesehen.


Diese Angaben stammen aus der veröffentlichten Bauplanung. Wie die vorgesehenen Arbeiten mit den nun erforderlichen Massnahmen am Bahndamm abgestimmt werden, geht aus den ausgewerteten Informationen noch nicht hervor. Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen dem Bahnhofsumbau und der aktuellen Bodenabsenkung ist darin nicht belegt.


Reisende müssen ihre Verbindungen prüfen


Für die betroffenen Fahrgäste bleibt vorerst entscheidend, die gewünschte Verbindung vor jeder Reise im Online-Fahrplan oder in der SBB-App zu überprüfen. Insbesondere bei Anschlussverbindungen sollten mögliche Verzögerungen berücksichtigt werden.

Wann der Bahndamm wieder einen uneingeschränkten Betrieb auf beiden Gleisen zulässt, ist offen. Entscheidend werden die weitere Entwicklung der Bodenbewegungen und die Planung der notwendigen Sanierung sein.



Videos aus der Nähe des mutmasslich betroffenen Streckenabschnitts.



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