Entsorgung historischer Porträts im Bahnhof Lausanne sorgt für Kritik
- Marco Marti

- 14. Juli
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Aktualisiert: vor 4 Tagen
Lausanne, 5. Juli 2026 – Die SBB stehen in der Kritik, nachdem mehrere historische Porträts aus dem ehemaligen «Buffet de la Gare» im Bahnhof Lausanne entfernt und entsorgt wurden. Betroffen sind Darstellungen von General Henri Guisan, den ehemaligen Bundesräten Jean-Pascal Delamuraz, Paul Chaudet und Georges-André Chevallaz. Die Bilder hingen während vieler Jahre im traditionsreichen Saal, der nach seiner Renovierung heute als Restaurant genutzt wird.
Nach Angaben der SBB wurden die Porträts Mitte März 2026 entfernt. Sie seien weder eingelagert noch fotografisch dokumentiert oder inventarisiert worden. Die Bahn begründet den Entscheid damit, dass die Bilder gemäss einer internen denkmalpflegerischen Beurteilung nicht zu den geschützten Elementen des Gebäudes gehörten und keinen besonderen künstlerischen Wert aufwiesen. Zudem habe man dem Restaurantbetreiber mehr Freiheit bei der Gestaltung der Räumlichkeiten geben wollen.
Die Entscheidung löste Kritik aus, da weder kantonale Kulturbehörden noch Archive über die Entfernung informiert wurden. Auch eine kulturhistorische Begutachtung durch externe Fachstellen fand laut SBB nicht statt. Kritiker bemängeln insbesondere, dass mit der Entsorgung ein Teil der Waadtländer Geschichte verloren gegangen sei, ohne dass dessen Herkunft oder Bedeutung dokumentiert wurde.
Auch das Restaurant Tibits distanzierte sich von der Massnahme und erklärte, die Entscheidung über das Entfernen der Porträts sei ausschliesslich von den SBB getroffen worden. Die Bahn betont ihrerseits, dass mit dem Entscheid keineswegs das Andenken an die dargestellten Persönlichkeiten infrage gestellt werden sollte. Der Vorfall hat jedoch eine breite Diskussion über den Umgang mit historischem Kulturgut und die Verantwortung öffentlicher Unternehmen für dessen Erhalt ausgelöst.



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